Natur & Fotografie
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September 10, 2015

Sperbereule im Nordschwarzwald

Ein Anruf. Seltener Vogel namens Surnia ulula (Sperbereule) im Nordschwarzwald gesichtet. Der Name war mir bekannt, aber ich hatte den Vogel bis dahin weder gesehen noch wusste ich wie er aussieht. Mein Freund, Ornithologe, erklärt mir um was für eine eine Besonderheit es sich handelt und überredet mich ihn zum Sichtungsort zu begleiten. Nicht, dass ich den Vogel nicht hätte sehen wollen. Skeptisch war ich nur bei der Vorstellung, dass der Vogel im Nordschwarzwald auf uns wartet und erst weiterzieht wenn wir ihn vermessen, gestreichelt und fotografiert haben. Die Ornithologen haben doch einen Vogel denke ich bei mir und lasse mich auf das Abenteuer ein.

Eine lange Autofahrt, gefolgt von einer Stunde Fussmarch mit schwerem Gerät hoch bis auf knapp 1000 Meter. Es war März. Schnee, rauher Wind sowie dichter Nebel stimmten mich wenig optimistisch. Die Sperbereule hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in nordischen Nadelwäldern und je näher wir den 1000 Metern kamen umso besser konnte ich nachvollziehen warum sie sich hierhin verirrt hatte. Der vorherrschende Waldtyp in Verbindung mit den eisigen Wetterbedingungen ließen meine Gedanken in den Norden Skandinaviens abschweifen. “Bald erreichen wir die Bergspitze!", so Lukas keuchend. Oben angekommen bestieg ich den alten Aussichtsturm um den Vogel zu suchen. Aussichtlos. Lukas hatte, seinen Vogelinstinkten folgend, die Eule schnell ausfindig gemacht. Ornithologen haben scharfe Augen, das muss ich Ihnen lassen. Etwa 50 Meter vor uns saß die Eule auf dem Ast einer toten Weißtanne. Ich war begeistert. Wie im Zoo, nur ohne Zaun.

Die Eule zeigte keine Scheu, eher äusserte sie ein aktives Desinteresse indem sie uns immer wieder den Rücken zukehrte. Eher ihren Hinterkopf. Aber auch der war schön anzusehen. Die Eule war so unbeeindruckt von unserem Auftritt, dass wir uns bis auf 5 Meter nähern konnten und Bilder aus verschiedensten Perspektiven möglich waren. Dann halte ich inne und lasse die Landschaft mit ihren geheimnissvollen Geräuschen und deren Kulisse auf mich wirken. Ich stellte mir vor ich sei eine Eule und säße auf dieser kahlen Tanne, hoch oben wo der Wind kalt bläst und das in mitten eines endlosen, von Nebel durchzogenen Tannenwaldes.

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April 28, 2015

Rehe sind äusserst neugierig

Ende April. Die Bäume stehen voll im Saft. Das junge Laub verleiht dem Wald einen erfrischend hellgrünen Schimmer. Die Rapsfelder leuchten gelb.

Es regnet. Die Rehe mögen den Regen und das junge Gras des Frühlings. Es ist reich an Proteinen und wichtig für die Entwicklung der Muttermilch. Wer den Regen nicht scheut hat jetzt gute Chancen die Tiere zu sehen. Im Sichtschutz der Walze und im Hörschutz des Regens kann ich bis auf 15 Meter an die Geiß herankommen.

Beim Versuch noch näher zu kommen, bemerkt die Geiß mich. Ich bewege mich nicht mehr, folge ihr aber ruhig durch die Kamera.

Rehe können nicht sehr gut sehen, umso neugieriger sind sie wenn sie etwas Verdächtiges erblicken. Bei einer Begegnung mit dem Jäger, kann dieses Verhaltenen ihnen zum Verhängnis werden. Die Geiß nähert sich mir bis auf 10 Meter um dann nach kurzem hin und her, bellend davon zu laufen.

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October 30, 2014

Rogens Naturreservat

Viel Stein und Wasser gibt es in Steinbrüchen oder in Skandinavien. Zumindest wenn das Rogen Naturreservat in der schwedischen Provinz Jämtlands gemeint ist. Die Landschaft hier gleicht einem riesigen Steinbruch wo nach der letzten Sprengung die Arbeit nicht mehr aufgenommen wurde. Dann überlasse man die Unmengen an Stein 12.500 Jahre (solange ist es her, dass die Eismassen der letzten großen Kaltzeit sich hier zurückgezogen haben) den Kräften der Natur. Das Ergebniss lässt sich sehen.

Ein Mosaïk aus kleinen und großen Seen, aus orange-gelb leuchtenden Mooren, lichten Wäldern und kahlen Bergen. Die Steinhaufen sind mit Moosen und Flechten bewachsen. Wo sich Boden gebildet hat gedeiht eine üppige Krautschicht in der Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), Krähenbeeren (Empetrum nigrum), Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idea) und Heidekraut (Calluna vulgaris) dominieren. Da wir uns in der subborealen Nadelwaldzone befinden besteht der lichte Wald vorwiegend aus Nadelbäumen. In diesem Fall die Waldkiefer (Pinus sylvestris). Die klimatischen Bedingungen, die kurze Vegetationsperiode und das magere Substrat lassen die Bäume hier nur langsam wachsen. So können Kiefern die nur wenige Meter hoch sind, mehrere hundert Jahre alt sein. Einzelne Kandiaten dürften schon die Entdeckung Amerikas vor etwa 500 Jahren miterlebt haben. Beeindruckend wie ich finde.

Es ist eine atemberaubende aber zugleich auch lebensfeindliche Landschaft in der man mit ein wenig Outdoor-Equipment, ausreichend Proviant und ein bisschen Verstand eine eindrucksvolle und schöne Zeit verbringen kann. Das Nahrungsangebot ist nicht schlecht. Es gibt Unmengen geniessbarer Beeren ( zumindest im Spätsommer), viele Pilze und gute Fischbestände. Feuerholz für kalte Nächte und zum Kochen gibt es auch zu genüge.

Die Winter aber sind lang, kalt und dunkel. Die Fortbewegung auf dem unwegigen Gelände ist sowohl im Sommer als auch im Winter beschwehrlich und kräftezehrend. So bewundere ich die indigenen Völker (Samen), die mit ihren Rentierherden das ganze Jahr über Draussen gelebt haben.

Der Herbst und die Moore lassen die Landschaft orange-gelb leuchten
Vom 1000 Meter hohen Bustvalen aus kann man das gesamte Naturreservat überblicken
Lagopus mutusDas Alpenschneehuhn ist in seinem natürlichen Lebensraum bestens getarnt
Es wird Fisch geben ...
... über dem Feuer geräuschert schmeckt die Äsche besonders gut
es lohnt sich eigentlich immer früh aufzustehen

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Rogens Naturreservat (53 items)

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July 7, 2014

Das Reh im Weinberg

Eigentlich war ich am Schönberg unterwegs um das Rote Waldvöglein (Cephalanthera rubra) ausfindig zu machen und zu fotografieren. Da es für diese Art noch relativ früh im Jahr war (Anfang Juni), gab es allerdings kaum Exemplare die schön geblüht haben. Auf dem Nachhauseweg durch die Weinberge, hatte ich dann noch zwei interessante Begegnungen.

Ein junger Fuchs (Vulpes vulpes) streckte den Kopf aus einer Hecke um die Lage zu inspizieren. Er war allerdings scheu und wollte nicht fotografiert werden. Kurz danach, die Begegnung mit einem Reh (Capreolus capreolus). Es erfreute sich zuerst an der ungemähten Vegetation am Rande des Fahrradweges und machte dann nur ein paar Schritte um ungestört zwischen den Weinreben weiter zu äsen.

Cephalanthera rubraRotes Waldvöglein
Capreolus capreolusDas Reh findet Futter und Geborgenheit zwischen den Weinreben
Dann wird es ihm doch zu bunt und springt davon
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June 20, 2014

Tote Strukturen

Großflächig ist die Borke dieser abgestorbenen Weißtanne (Abies alba) schon abgefallen. Die Witterung verstärkt die Zeichnung des darunterliegenden Bastes und lässt Risse entstehen. Ihr Verlauf erinnert an die Höhenlinien einer topografischen Karte.

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May 22, 2014

Orthetrum cancellatum (Großer Blaupfeil)

Orthetrum cancellatumGroßer Blaupfeil
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May 11, 2014

Schnaken und Soldaten

Sitzende Schnaken lassen sich meistens ungestört fotografieren. Anders bei den Soldatenkäfern (Weichkäfer), diese sind an warmen Tagen besonders aktiv, sodass der Versuch sie zu fotografieren zu unangenehmen Verrenkungen führen kann. Die militärische Bezeichnung ist also nicht nur auf ihr äusseres Erscheinungsbild zurückzuführen.

Tipula spec.Schnake im Kornblumengeflecht
Ctenophora spec.Kammschnake
Cantharis fuscaSoldatenläfer am Wiesenkerbel
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May 1, 2014

Orchideen ...

Zahlreiche Orchideen blühen dieses Jahr wieder in Freiburg und Umgebung. Der Fliegen-Ragwurz und die Waldhyazinthe sind vom Kaiserstuhl, das Brand-Knabenkraut habe ich im Naturschutzgebiet Taubergießen fotografiert.

Ophrys insectiferaFliegen-Ragwurz
Platanthera bifoliaWeiße Waldhyinthe
Orchis ustulataBrand-Knabenkraut
Orchis ustulataBrand-Knabenkraut
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May 1, 2014

Wasseramseln an der Dreisam

Die Dreisam fließt quer durch Freiburg und parallel zu ihren Ufern verlaufen viel befahrene Radwege. Die Wasseramseln scheint das nicht zu stören, man kann sie schon von Weitem erahnen wenn sie auf einem aus dem Wasser hervorstehenden Stein sitzen. Da die Vögel an den Menschen gewohnt sind, kann man sie auch aus der Nähe gut beobachten.

Cinclus cinclusWasseramsel
Cinclus cinclusWasseramsel
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